Offener Brief an Herrn Ministerpräsident Matthias Platzeck, Landesregierung Brandenburg
2010-07-20
Download des Antwortschreibens: Antwortschreiben
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Sicherheit der Dämme an der Oder ist für alle Menschen, die im Oderbruch und den angrenzenden Gebieten leben,
von fundamentaler Bedeutung. Das ist uns zuletzt beim Sommerhochwasser dieses Jahres vor Augen geführt worden.
Für uns alle aber hat dieses Hochwasser, das glücklicherweise in der Region nicht lange anstand, das Problem der
mutwilligen Beschädigung der Oderdeiche deutlich gemacht. Jeder Anlieger konnte sich selbst von der Vielzahl der
Schadstellen am Deich durch die Tätigkeit der Biber ein Bild machen. Welche Folgen diese Biberschäden für die
Standfestigkeit der Deiche haben, wenn das Wasser so lange in maximaler Höhe bleibt, wie das in diesem Jahr in
Polen war oder wir selbst es 1997 bei der großen Oderflut erlebt haben, kann man sich nur mit größter Sorge vorstellen.
Diese unsere Sorge wird noch verstärkt, wenn der Hauptverantwortliche für die Stabilität der Deiche im Ernst behauptet,
die Schadtätigkeit des Bibers entspräche der des Maulwurfes. Einerseits werden Millionen Euro ausgegeben, um die
Deiche zu erneuern und zu stabilisieren, damit sie den Menschen dahinter Sicherheit zu geben. Andererseits wird
die Wühl- und Zerstörungstätigkeit an den Dämmen durch die Biber hingenommen und sogar noch gefördert und damit
die Sicherheit der Deiche im wahrsten Sinne untergraben. Zu dem bedeutet die Beschädigung des Bauwerkes Oderdeich
eine ungeheure Verschwendung des in unserem hochverschuldeten Land dringend benötigten Geldes.
Versuche, die Stabilität der Oderdämme zu beeinträchtigen, sind so alt wie diese selbst. Die Motivation dafür
ähnelt einander sogar: Der Wunsch, die Kulturlandschaft Oderbruch zu stören und den ehemaligen Zustand (vor 1749)
möglichst wieder herzustellen. So jedenfalls nehmen wir als betroffene Bürger die Situation wahr. Allerdings hatten
früher, hier konkret 1754, die gefährdeten Bewohner des Oderbruchs den obersten Verantwortlichen des Landes auf ihrer
Seite, wie das ein Blick auf das Edikt vom 28. Juni 1754 zeigt. (Anlage) Es wird eine klare Aussage zur Sicherheit
der Dämme bei Freienwalde und Wriezen getroffen und rigoros gegen alle vorgegangen, die Dämmen und Umwallungen
mutwillig Schaden zufügen.
Es geht gewiss nicht darum, die in dem Edikt von 1754 angeführten drakonischen Strafen zu aktivieren, sondern es
geht um die klare Aussage und um nachvollziehbare Maßnahmen, den Hauptdeich der Oder biberfrei und sicher zu erhalten.
CDU Stadtverband Bad Freienwalde
Vorsitzender Dr. Hanno Hemm
Lange Wiese 38
16259 Altranft
CDU Amtsverband Wriezen
Amt Barnim-Oderbruch
Ortsvorsitzender Reiko Heinschke
Wilhelmstr. 14
16269 Wriezen
Download des offenen Briefes: offener Brief
Download des Edikt vom 28.06.1754: Edikt vom 28. Juni 1754